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Seit mehr als 3000 Jahren wird in China und Japan auch mit Akupunktur behandelt. Die Akupunktur ist nach anfänglicher Skepsis jetzt auch von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) für 40 Erkrankungen als Therapieform anerkannt.

Besonders Erkrankungen, bei denen der Körper noch selber gegensteuern kann, lassen sich erfolgreich therapieren. Im alten China wurde die Akupunktur eingesetzt, um ein Gleichgewicht im Körper zu erreichen und damit Krankheiten zu verhindern und Wohlbefinden zu erhalten.


In Deutschland steht die Behandlung schmerzhafter chronischer Erkrankungen wie Migräne, Schulter- und Nackenbeschwerden sowie Nervenentzündungen im Vordergrund, obwohl auch gute Erfolge bei der Behandlung von Allergien, psychosomatischen Erkrankungen und in der Frauenheilkunde zu beobachten sind. Immer wieder wird über sichtbare Besserung bei Lähmungen nach Schlaganfällen berichtet. Auch zur Vorbeugung verschiedener Erkrankungen ist der Einsatz der Akupunktur sehr sinnvoll.


Wie verläuft eine Akupunkturbehandlung?

Nach einer Anamnese und Untersuchung wird das Krankheitsbild einem entsprechenden Behandlungsschema zugeordnet. Im Anschluß beginnt dann eine Behandlung mit Nadelung am Körper und/oder am Ohr. Die Behandlung erfolgt bei chronischen Erkrankungen meist 1 - 2 x wöchentlich. Bei akuten Erkrankungen kann auch ein tägliche Behandlung angezeigt sein. Die Behandlung dauert in der Regel 20 - 30 Minuten, und es sind ca. 1 0 - 1 5 Sitzungen nötig. Eingesetzt werden sterile Einmalnadeln aus Stahl. Für Kinder ist eine schmerzfreie Behandlung durch den Einsatz eines Soft-Lasers möglich. Nach jeder Behandlung sollte noch eine Ruhephase von 1 -2 Stunden zu Hause erfolgen. Nebenwirkungen der Akupunktur sind nicht bekannt. Selten kommt es zu leichtem Schwindel. Typisch ist eine Müdigkeit nach der Behandlung.
 

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Die Akupunktur ist Teil vielfältiger therapeutischer Verfahren der traditionellen chinesischen Medizin. Im Westen hat diese Therapiemethode mehr und mehr Raum gewonnen. Besonders beider Schmerzbekämpfung hat sie heute einen gesicherten Platz.
 
Bereits seit 1975 wurden Tausende von Patienten mit chronischen Schmerzen u. a. an der Universitätsklinik Gießen, am Schmerzzentrum der Uni Mainz, am Deutschen Herzzentrum München und an der Schmerzambulanz der Uni München mit Akupunktur erfolgreich behandelt. Sogar Operationen werden dort schon seit langem in einer kombinierten Narkose und Elektroakupunktur durchgeführt.

Ziel der Akupunktur ist es, bei Funktionsstörungen des Organismus den energetischen Gleichgewichtszustand wieder­herzustellen. Das betrifft die Funktion des vegetativen Nervensystems in gleicher Weise wie die hormonelle Regulation. Über spezielle Akupunkturpunkte auf der Haut können stimulierende oder sedierende Effekte erreicht werden, wobei sich die Verbindung zu den Organen durch die sogenannten cutivisceralen Reflexketten erklären lassen.

An den Einstichstellen entstehen Potentialdifferenzen und lonenaustauschphänomene zwischen Nadel und Haut. Dieser Effekt ist daran erkennbar, daß Nadeln, die am therapeutisch richtigen Ort gesetzt werden, dort erstaunlich fest gehalten werden. Erst nach ca. 15 Minuten ist der lonenaustausch soweit abgeschlossen, daß sich die Nadel aus dem nun ausgeglichenen Milieu mühelos herausziehen läßt, oder daß sie gar von selbst herausfällt. An dem Akupunkturpunkt entsteht ein Verletzungspotential des Gewebes von ca. 200 mV gegenüber dem Ruhepotential der übrigen Zellen von 80 mV. Da der Heilungsprozeß diese Mikroverletzung an den Punkten 4 Tage dauert, empfiehlt sich eine Wiederholung erst nach Ablauf dieser Zeit.

 

Durch Stimulation der Nadeln mit elektromagnetischen oder elektrischen Potentialen (Elektro-Akupunktur) können diese galvanischen Prozesse verstärkt werden. Auch Druck alleine (Akupressur) oder Laserakupunktur wirken über den gleichen Mechanismus, wenn auch etwas schwächer.

 Die ca. 780 Akupunkturpunkte sind empirisch auf 14 energetischen Leitlinien (Meridianen) festgelegt. Sie zeichnen sich nach anatomischen Untersuchungen u.a. durch eine deutlich vermehrte Anzahl sensibler Rezeptoren aus.

 Außerdem ist der Hautwiderstand an diesen Punkten meßbar geringer (5 kOhm gegenüber sonst 20 kOhm), so daß sie sich mit einem elektrischen Meßgerät finden lassen.

Im EEG ist die Wirkung der Akupunktur durch eine Zunahme der Alpha-Frequenzen erkennbar, also ein Zustand ruhiger und ausgeglichener Wachheit, der die gedankliche Konzentration fördert. An verschiedenen Universitäten wurde nachgewiesen, daß die Übermittlerstoffe des Nervensystems Serotonin und Noradrenalin beeinflußt werden, und daß die Hypophyse zur Bildung von Endorphinen angeregt wird. Dies sind genau die Vorgänge, die Schmerzen lindern oder ausschalten und die vegetativen und hormonellen Funktionen harmonisieren können. Auch neurophysiologische Schmerz- und Streßreaktionen, vor allem Spasmen und Durchblutungsstörungen bleiben aus.

Die Akupunktur wird in wöchentlichen Intervallen ca. 8 bis 15 mal durchgeführt. Sie ist eine typische Regulationstherapie, die schmerzlindernd und vegetativ harmonisierend wirkt. Ein Einfluß auf das Immunsystem ist durch die deutlich vermehrte Resistenz gegenüber banalen Infekten bei Akupunkturbehandlungen anzunehmen.

Diesen Tatsachen konnten sich auch die Krankenkassen nicht verschließen. Seit die Kassenärztliche Bundesvereinigung im Sommer 1991 die Vertreter der verschiedenen Akupunkturgesellschaften Deutschlands zu einer Aussprache eingeladen hatte, um Klärung darüber herbeizuführen, wann und in welcher Weise die Akupunktur als Kassenleistung anerkannt werden soll, ist diese Methode wieder in den Blickpunkt des öffentlichen Interesses gerückt. Aktueller Stand der internen Diskussion ist im Augenblick, daß die Akupunktur von den Kassen im Rahmen eines Modellversuchs, eingegrenzt auf die Schmerztherapie, erstattet wird. Voraussetzung ist ein besonderer Qualifikationsnachweis des Arztes.
 

 
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